Die MTV-Ritter gegen den Anstand
Die Schweizer wollen den Muezzin nicht hören und lieber den Kirchen- und Kuhglocken lauschen. Das ist legitim, und diesem Wunsch schließt sich auch der Autor dieser Zeilen an. Aber in Österreich können wir uns diese Debatte ersparen, da der Muezzin sich über die Bauordnungen der Länder verhindern lässt.
Was sich aber für mitteleuropäische Ohren um nichts besser anhört, ist das, was über den Plasma-TV in die Stuben der Kinder und Jugendlichen eindringt. Der ursprünglich jenseits des großen Teiches angesiedelte Sender MTV, der auch in deutscher Sprache sendet, bringt um 14 Uhr Beiträge, die einem Hören und Sehen vergehen lassen.
So wird in einer Comicsendung seitens eines Lehrers, der durch einen Hund dargestellt wird, darüber philosophiert, ob besonders beschränkte Kinder einmal den Beruf eines Hilfsarbeiters, einer Putzfrau oder einer käuflichen Dame nachgehen sollen. Eine Persiflage gängiger Superhelden verwandelt sich in einen spezifischen weiblichen Hygieneartikel.
Bei solchen geistig hochwertig bearbeiteten Beiträgen darf sich man sich wundern, wenn die Jugend wahlweise Demagogen von Rechts nachläuft oder mit im Geist der marxistisch-leninistisch Fakultät geschulten kommunistischen Kadersoldaten das Audimax besetzt.
Wer im Fernsehen nur Blödsinn lernt, von dieser kommerziell verschleierten linkslinken Volksverdummung berieselt wird, der hat schon verloren, ehe es ihm bewusst wird.
